RSS-Feed | <iGoogle | twitter

Wissenschaftliches Arbeiten in Psychologie und Medizin | UTBWissenschaftliche Arbeiten sind Teil jedes Studiums, und sie folgen, wie die Wissenschaften selbst, festen Strukturen und strengen Regeln in Aufbau, Umfang und Darstellung. Als Student, gerade vor der ersten größeren wissenschaftlichen Arbeit, bekommt man es angesichts der Komplexität dieser Aufgabe leicht mit der Angst zu tun. Jeder Ratgeber, der diese Komplexität zu entwirren und strukturieren vermag – gerne in einfacher, hypotaxenarmer Sprache – ist herzlich willkommen.

Das Buch Wissenschaftliches Arbeiten in Psychologie und Medizin hat den Anspruch, den Student an das selbstständige wissenschaftliche Arbeiten heranzuführen, dem oft eine »klare Richtlinie zur Vorgangsweise in der empirischen Forschung und zum Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten« fehle. Dem entgegenwirken soll diese »Hilfestellung vor allem in einer vereinfachten Darlegung der elementaren Grundlagen und in der praktischen Veranschaulichung einzelner Schritte des empirischen Forschens«. Es vermittle dabei methodische Grundlagen, ein »eingehendes Studium« der Literatur aus Methodik, Statistik, Wissenschaftstheorie und Experimentalwissenschaft wird dennoch empfohlen.

Trotz aller vom Autor im Vorwort betonten Einschränkungen geht Michael Trimmel sehr sorgfältig vor. Mit dem Problem beginnt er, dem Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Arbeit: die Wissenslücke, die gefüllt werden will. Im Rahmen der »Zielsetzung der Forschung« werden die grundlegenden Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt, besondere Berücksichtigung finden die Empirie und die empirischen Untersuchungen in der Praxis, die formalen Anforderungen an die Arbeit und die Richtlinien des Zitierens. Zum Schluss sind viele Beispiele für Manuskripte exemplarisch abgebildet (komplettes Inhaltsverzeichnis).

Einfach und unterhaltsam liest sich das alles nicht, es war zu befürchten – erschwert wird das in manchen Abschnitten noch durch die großzügige Verwendung von Kursiv- und Fettschrift. Aber die Erklärungen sind kompakt und klären alle Fragen, die sich zu Beginn einer wissenschaftlichen Arbeit in Psychologie und Medizin stellen. Und wenn doch etwas unklar bleibt: das Literaturverzeichnis ist lang.

Kein Spaß, aber da muss man durch

Chemie für Mediziner | Pearson EducationWer Medizin studiert ist nicht zwangsläufig ein Fan von Chemie – den Schein holen muss man trotzdem. Die Verantwortlichen des Buchs Chemie für Mediziner scheinen sich über diese Zwickmühle Gedanken gemacht zu haben und sorgten für ein buntes, bilderreiches und übersichtliches Layout, das beim ersten Aufschlagen positiv zu überraschen weiß und die unmutige Stimmung schnell vertreibt.

Die Autoren Carsten Schmuck, Bernd Engels, Tanja Schirmeister und Reinhold Fink sprechen manchem aus der Seele: »Sie werden sich vielleicht fragen: Warum muss man als Medizinstudent Chemie lernen? Anstatt etwas über Krankheiten und deren Behandlungen zu lernen, soll man sich mit chemischen Formeln und Reaktionsgleichungen beschäftigen?« Wieso die Medizin eine Menge mit Chemie zu tun hat, wollen sie von Anfang an vermitteln. Zu diesem Zweck stellen sie jedem Kapitel ein medizinisches Fallbeispiel voraus, das den unmittelbaren Zusammenhang zur Chemie zeigen soll und bemühen sich auch innerhalb der Kapitel um reichlich Praxis- und Alltagsbezug.

Anstatt die gesamte Stoffchemie zu beschreiben haben sie sich zudem auf jene Themen beschränkt, die für das Verständnis medizinischer Sachverhalte relevant sind (siehe Inhaltsverzeichnis) und haben das Buch so konzipiert, dass keinerlei Vorkenntnisse nötig sind, um dem Stoff folgen zu können. Spätere Kapitel, die Vorkenntnisse aus früheren Kapiteln erfordern, setzen einen entsprechenden Querverweis. Bunt aber schlicht hervorgehobene Merksätze und Übersichtstabellen erleichtern das Lernen, am Kapitelende erwarten den Leser entsprechende Übungsaufgaben und eine gute Zusammenfassung.
Wer besonders großen Nutzen aus Übungsaufgaben zieht, findet weitere online auf pearson-studium.de, wo auch ein Zusatzkapitel zu den mathematischen Grundlagen bereit gestellt wurde.

Um es schließlich auch den Studenten zu erleichtern, deren Vorlesung gleichen Namens etwas anders verläuft als das Buch, werden die betroffenen Textstellen bereits im Vorwort »prophylaktisch« genannt – es wurde also scheinbar an alles gedacht. Vor allem daran, es Medizin- und Zahnmedizinstudenten (mit eventuell vorhandener Abneigung gegen das Fach Chemie) so einfach und angenehm wie nur möglich zu machen. Einfach toll!

Algebra, Physik, Chemie – ein mancher denkt er lernt es nie

Publizieren, Promovieren - leicht gemachtIch hatte noch nicht die Gelegenheit, aber ich stelle mir vor, dass Promovieren im Studienfach Medizin nicht die einfachste Aufgabe im Leben ist. Die hier abgebildete Medizinerin im Kasack schaut jedenfalls nicht allzu hoffnungsvoll auf ihren Bildschirm. Unsicherer Ausdruck um die Mundwinkel, tiefe Augenringe, sie schreit geradezu nach einem Ratgeber. Dieses Buch sollte ihr die notwendige Hilfe bieten. Eine Hilfe, die mit knapp 100 Seiten Umfang überraschend dünn ist. Das Buch verspricht, das Promovieren »leicht« zu machen, untermauert von der Plattitüde »Step by Step«.

Die Autoren Janni und Friese, beide in leitender Position an der Ludwig-Maximilians-Universität in München tätig, versprechen auf dem Umschlagstext: »[Das Buch] gibt Ihnen in komprimierter Form wertvolle Tipps, Ihre Forschungergebnisse wirkungsvoll zu präsentieren und zu veröffentlichen«. Weiterhin verspricht es »unbezahlbares Insiderwissen, praxisnah und lebendig präsentiert«, außerdem helfe es alle Klippen auf dem Weg zum Fachartikel, Kongressbeitrag oder zur Doktorarbeit erfolgreich zu umschiffen. Die Erwartungen sind hoch.

Warum publizieren – dieser Frage widmen sich die Autoren in ihrem Vorwort zuerst, stellen dann ihre Erfahrungen aus jahrelanger Betreuungsarbeit in Aussicht und versprechen bei der Schreibblockade (hier: writers block) auszuhelfen. Ganz klar sollen die 110 Seiten aber »nur« Tipps für den Einstieg in das Gebiet geben. Gegliedert haben sie ihr Werk in drei Teile. Zuerst die Grundlagen des medizinischen Publizierens in Form von Literaturrecherche und dem richtigen Schreibstil. Im zweiten und längsten Teil wird die Entwicklung eines Fachartikels beschrieben, die Struktur und Gliederung des Textes, die Auswertung von Quellen, das anschließende Editieren und die Verwendung von Tabellen und Grafiken. Teil 3 kümmert sich ab Seite 87 um das Schlagwort des Titels, die Promotion: Auswahl des Themas, Auffinden des Doktorvaters, Umgang mit der Textverarbeitung und schließlich die Besonderheiten der Dissertationsarbeit.

Der Text ist leicht und knackig geschrieben: »nicht selten kann man […] seinen Chef über den neusten Publikationsspross informieren und das nächste Fass Bier aufmachen.« Auffällig ist die häufige Verwendung von englischen Schlagwörtern und Phrasen, wie schon bei »Step by Step« statt »Schritt für Schritt« im Buchtitel. Auch die Übersichtlichkeit und die gelungene Typographie haben mich überzeugt. Zweifellos ist dieses Buch ein guter Einstieg und »Schnupperkurs« für Medizinstudenten und studierte Ärzte, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Promovieren und vor allem Publizieren beschäftigen. Das grobe Gerüst ist damit hergestellt, mit kreativem Leben füllen sollte es der Leser selbst. Die Augenringe wird die Medizinerin wohl noch eine Weile behalten, zumindest aber einge Unsicherheiten können ihr genommen werden.

Eine locker geschriebene Übersicht.

Pages: 1 2 3 4 5 6 7 >