Handbuch der dentalen Fotografie | Kamera, PC und angewandte Dentalfotografie: ästhetisch und hochwertig
6. Juni 2008 | drucken
Das Schöne am deutschen Buchmarkt ist, dass jede nur denkbare Sparte abgedeckt ist. So auch die der ästhetischen Fotografie von Zähnen, wie dieses Buch belegt (es gibt noch eins von Wolfgang Bengel, bei Quintessenz erschienen, in ähnlicher Preisklasse). Ganz richtig verweist Peter Hänssler vom Verlag Neuer Merkur im Vorwort darauf, dass es zum richtigen Umgang mit Kamera und Computersoftware bereits genügend Fachliteratur gibt, weshalb man darauf verzichte, hier mehr als nur »die Grundkenntnisse« aufzuzeigen, »über die der Hobbyfotograf wie auch der Profi Bescheid wissen sollte«.
Schwerpunkt des Buches sei das – Achtung Selbstlob – »hervorragende Bildmaterial«, das anhand »guter und weniger guter Beispiele« – Selbstlob kompensiert? – »den oft kompliziert erscheinenden Weg aufzeigt, die gewünschten Motive und kreativen Ideen in optimaler Form zu verwirklichen«. Tatsächlich, auch die traditionell handwerkliche Disziplin der Zahntechnik lässt Platz für Kreativität. Weiter geht’s im Vorwort: »Die zahlreichen Beispiele der« – erneutes Selbstlob – »sehr ästhetisch präsentierten zahntechnischen Arbeiten können als Vorlage [...] dienen, um die Zusammenarbeit von Zahntechniker, Zahnarzt und Träger des Zahnersatzes zu unterstützen und zu erleichtern.«
Doch bei aller Spöttelei, das Selbstlobvorwort des Herausgebers ist gerechtfertigt: das Buch ist in der Tat ästhetisch sehr gelungen. Dank eines übersichtlichem, leicht lesbarem Schriftbild, und – wie mein Mann als Zahnmedizinstudent legitim behaupten darf – sehr guten Fotos. Überraschend sympathisch in dem sonst sehr nüchtern und pragmatisch geschriebenen Buch ist die freimütige Widmung von Matthias Steinhauser (Zahntechniker) an seinen »lieben Schatz Anita, schon allein deshalb, dass es sie gibt und dafür, dass sie immer für mich da ist«.
Er und seine Co-Autoren Wilfried Mautner (Diplom-Betriebswirt) und Wolfgang Weisser (Zahntechnikmeister) widmen daraufhin gemeinsam ihr erstes Kapitel der Kamera, auch analog, aber mit Schwerpunkt auf der Digitalfotografie. Die Kameraeinstellungen lernt der Leser in Kapitel zwei (Belichtung, Weißabgleich etc.). Kapitel drei bemüht sich um die Ausrüstung (Objektive, Filmmaterial, etc.), in Kapitel vier und fünf erklären die Bearbeitung der Bilder am PC. Anfängergerecht wird hier alles aufgezählt, worauf zu achten ist: wie groß sollten Festplatte und Arbeitsspeicher sein, welche Maus eignet sich, lohnt sich ein Grafiktablett? Erklärt werden u.a. die Datenformate von JPEG bis RAW, die Auflösung und die Bearbeitungsmöglichkeiten.
So weit also oben erwähnte »Grundkenntnisse«, deren Erklärungen von dentalen Abbildungen begleitet werden. Mit Kapitel sechs und Seite 169 von ca. 300 Seiten beginnt der Schwerpunkt: die angewandte (dentale) Fotografie mit den Unterkapiteln Sach-, Makro- und Mundfotografie, sowie weitere Bereiche, Verbesserungsvorschläge und Schnittbilder. Im Anhang ab Seite 187 ist ein Lexikon fotografischer Fachbegriffe untergebracht.
Ich kann mich von hier an nur noch wiederholen: sehr angenehm zu lesen und attraktiv gestaltet. Die Texte sind leicht verständlich, wenn auch stilistisch nicht immer ganz ausgefeilt. Die Fotos, die hier ja im Vordergrund stehen, sind Beispiele von gelungenem Fotohandwerk. Gewiss ein Buch, das jedem lernwilligen Zahntechniker Freude bereitet.

